Solch einen Schneesturm hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Den ganzen Tag schneite es. Der Sturm heulte um die Häuser. Die Bäume wedelten mit den Ästen und warfen den letzten Altschnee ab, aber der neue Schnee blieb nicht an den Zweigen hängen, so heftig rüttelte der Wind.
Die Schneeflocken mochten solches Wetter überhaupt nicht. Immer wieder stießen sie sich ihre Zacken ab, das zerstörte ihren Kristallmantel und machte sie hässlich und unfähig, sanft zu gleiten.
Eine neugierig kleine Schneeflocke hatte irgendwann genug von dieser Herumschubserei. Sie wollte nicht mehr im Schneesturm kämpfen und flog auf ein Fenster zu, hinter dem Licht schimmerte. Sie schwebte geradewegs dorthin. Nie zuvor hatte sie dieses Haus auf ihren Reisen gesehen. Und was war das für ein Aufruhr da hinter der Scheibe? Sie stieß den Schnee, der schon länger dort klebte, an: „He ihr, macht mal ein wenig Platz“, rief sie, „ich möchte auch was sehen!“
Die kleine Schneeflocke drückte sich ganz fest ans Fenster und sah eine Versammlung von bärtigen Männern, die um einen Tisch saßen und mit lauten Stimmen aufgeregt durcheinander redeten.